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Mittelalterliche Bräuche

By admin | Oktober 27, 2011

Manchmal sieht man sie auch heute noch, die sogenannten “Zippelbrüder”. Man erkennt sie an der Kluft aus einer schwarzen Hose mit grossem Schlag, fein polierten Schuhen. Ein weisses Hemd und die darübergetragene Weste werden meistens von einer schwarzen Jacke bildnerisch abgerundet. Ebenfalls ein wichtiges, weil nützliches Assesoire sind der grosse Hut, und der Wanderstock, der nicht fehlen darf. In den meisten Fällen sind sie zu zweit unterwegs, manchmal aber auch alleine, und im Andenken an die alte Tradition wird es noch heute von einigen Handwerksbetrieben gefordert, ihre Gesellen zur Erweiterung und Vertiefung ihrer beruflichen Fähigkeiten auf Reise in andere Betriebe zu schicken.

Der Tradition nach mussten solche Handwerksbetriebe einen örtlichen Mindestabstand von 20 km besitzen, und der hinausgeschickte Geselle klopfte bei den Betrieben an, wohnte und arbeitete hier für eine maximal bestimmte Zeit und musste dann jedoch wieder weiterreisen. Manchmal bekam er auch ein kleines Geld dafür, denn Kosten sind ja keine entstanden, da Essen und Wohung von dem Betrieb als Gegenleistung für die Arbeit gegeben wurden.

Durch das ständige Reisen wurden an die Zunftkleidung hohe qualitative Ansprüche gestellt, die festen Materialien mussten vor Wind, Regen, Schneefall, aber auch vor Schäden durch die Sonne schützen.

Diese Zunftbekleidung, Vorreiter der Kategorie Arbeitskleidung Handwerk, ist eher für junge Männer im handwerklichen Bereich bezeichnend, egal, ob er den Ausbildungsberuf des Zimmermanns, des Dachdeckers, des Goldschmieds, Malers oder Schlachters erlernte. Es war immer wichtig, vom Betrieb, in dem man eine Zeit arbeitete, nicht nur die Unterschrift für das Zunftbuch zu erhalten, sondern auch, ein gutes Bild über diesen Betrieb zu vermitteln. Die Hemden sind also schneeweiss, denn in einem guten Betrieb darf schliesslich keinesfalls die perfekte Hausfrau fehlen, die sich hierum sorgt.

Andere Berufsbekleidungen aus Zünften, denen eher Frauen angehörten, wie Schneiderinnen oder Tucherinnen, gibt es in einer für Frauen typischen Form nicht, denn diese wenigen, die einen Handwerksberuf erlernten, waren der Zunftordnung in gleicher Form unterworfen.

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